So arbeiten wir

Bis zu 75 Kinder zwischen drei und sechs Jahren besuchen in unserem Haus in drei altersgemischte Kindergarten-Stammgruppen. Zwölf Kinder zwischen einem und drei Jahren werden in unserer Nestgruppe betreut.

Unser Konzept beinhaltet halboffene Gruppenarbeit in der Freispielzeit . Das bedeutet, dass die Kinder nach einem gemeinsamen Morgenkreis in ihren festen Stammgruppen alle Räumlichkeiten und die großzügig gestaltete Funktionsräume im Freispiel nutzen können; die Türen stehen ihnen offen. Das Frühstück in unserer Cafeteria kann von allen Kindergartenkindern gruppenübergreifend und selbstbestimmt wahrgenommen werden. Unsere Raumgestaltung ergänzen wir durch spezielle Materialangebote um die individuellen Interessen der Kinder aufzugreifen und zu fördern.

Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Zum Mittagessen finden sich die Kindergartenkinder darum wieder in ihren Stammgruppen ein, damit wir das Essen in der Gemeinschaft als soziales Lernfeld begleiten können. Besonders wichtig ist uns und den Eltern dabei die tägliche Zubereitung von Frischkost in unserer hauseigenen Küche.

Es wird täglich abwechslungsreiches und gesundes Essen zubereitet. Schon morgens weht ein appetitanregender Duft durch unser Haus und die ersten Kinder kommen und fragen: „Was gibt es zu Mittag?“ Durch ein Fenster und die offene Tür zur Küche kann die Zubereitung jederzeit mitverfolgt werden und kleine „Küchenhelfer“ können beim Kochen mitwirken. Da viele Kinder einen großen Teil ihres Tages in unserer Kita verbringen, ist uns ein qualitativ hochwertiges und gesundes Angebot an Speisen und Getränken besonders wichtig.

Durch ihre Zeit in unserer Kindertagesstätte begleitet jedes Kind sein eigener Kinderordner. Zunächst hilft dieser durch die zu Hause gestalteten Familienseiten dabei, miteinander ins Gespräch zu kommen und bei der Ablösung von den Eltern „ein Stück Zuhause“ in der Kita zu haben. Danach dokumentieren wir, die Familie und das Kind darin seine individuelle Entwicklung. Von selbst angefertigten Zeichnungen oder Bastelarbeiten, über Fotos von besonderen Ereignissen oder Lernschritten, bis hin zu besonderen Erlebnissen außerhalb der Kita (z.B. Urlauben) von denen das Kind uns berichten möchte, findet sich im Kinderordner vieles, was auch nach der Kindergartenzeit noch als wertvolles Stück Lebensgeschichte erhalten bleibt.

Besondere Bedeutung kommt in unserer Arbeit dem kindlichen Freispiel zu.

Selbstbestimmt zu spielen ist ein Grundrecht von Kindern und die Freude am Spielen ist die jedem Kind innewohnende Triebfeder für Entwicklung und Lernen. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Kindheit allzu oft von „Bildungsstress“ und einer Vielzahl an Erlebnis- und Förderangeboten geprägt ist, geben wir den Kindern bewusst Zeit, sich selbst im Spiel zu erproben und zu erfahren.

Die Vorteile unserer spielfreundlichen Philosophie liegen auf der Hand: Ohne Druck und Zwang erlernt das Kind im Spiel all jene Kernkompetenzen, die den Weg für ein erfolgreiches Lernen und Leben bereiten. Im Spiel lernt das Kind:

  • aufmerksam und konzentriert zu sein (denn ganz in sein Spiel vertieft sein zu dürfen bedeutet für das Gehirn, dass es lernt in einen Zustand tiefer Konzentration zu gelangen und diesen zu genießen)
  • sich Ausdauer, Frustrationstolranz und Durchhaltevermögen anzueignen (indem es sich im Spiel immer neue Herausforderungen sucht und diese Schritt für Schritt meistert, und auch bei Misserfolgen aus eigener Motivation bei der Sache bleibt)
  • seiner Umwelt offen, wissbegierig und voller Neugier zu begegnen (indem es im Spiel Neues als wert- und sinnvolle Bereicherung für seine Lebenswelt erlebt, statt Wissen nur als zusammenhanglose Informationen vermittelt zu bekommen)
  • seine Fertigkeiten zu entwickeln (indem es im Spiel immer wieder in eine Lerngemeinschaft mit anderen tritt, sich an ihnen misst, ihnen nacheifert und so neue Fähigkeiten ausbildet)
  • sich zu einem sozialen Menschen zu entwickeln (da im kindlichen Spiel in ganz besonderer Weise das Miteinander, der soziale Umgang, die Fähigkeit zum Einfühlen in andere und der soziale Zusammenhalt sowie demokratische Grundstrukturen erprobt und gestärkt werden

Kein von außen „gemachtes“, noch so wohlgemeintes Bildungsangebot ist in der Lage diese für Erfolg und Zufriedenheit so zentralen Fähigkeiten auf die gleiche intensive Weise zu schulen wie das kindliche Spiel. Ähnlich wie Wachstum, lässt sich echte Bildung nicht „machen“. Wir schaffen daher Strukturen und Gelegenheiten und begleiten dann aufmerksam die Schritte und Interessen der Kinder, greifen diese auf und entwickeln daraus mit ihnen in den Alltag eingebettete Projekte und Forschergruppen.

Diesem situationsorientierten Ansatz ist es zu verdanken, dass alle Kinder bei uns die Möglichkeit haben, die für ihr Lernen wichtigen Kontexte und Situationen zu entdecken und aktiv mitzugestalten. Das ist Lernen mit Freude und Begeisterung.

Als konfessionelle Einrichtung spielt bei uns natürlich auch die Religionspädagogik eine wichtige Rolle. Im Alltag leben wir feste Rituale wie unseren Tischgebete und geben den Kindern Raum und Gelegenheit über Gott, den Glauben und biblische Geschichten zu sprechen und gemeinsam zu philosophieren. Außerdem feiern wir natürlich die religiösen Feste im Jahreslauf und besuchen mit den Kindern die etwa monatlich stattfindende „Minikirche“ in unseren Räumlichkeiten.

Am Wichtigsten ist uns jedoch, dass unsere christliche Überzeugung durch die gesamte Gestaltung unseres Miteinanders getragen wird.

Nur in einer Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens und Angenommen-Seins kann Glaubwürdigkeit gelebt werden. Wir vermitteln den Kindern, wie Konflikte friedlich und gewaltfrei gelöst werden können. Ihr Kind soll sich in unserer Einrichtung geborgen fühlen, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme täglich erleben und selbst entwickeln. Nächstenliebe, Toleranz und Verantwortung gegenüber allen Mitmenschen, den Tieren, Pflanzen und Dingen unserer Umwelt sind für uns gelebte Wirklichkeit.